Album review of The Second You Sleep (German)

Männer können seine Gefühle doch auch manchmal zeigen. Dann soll es bitteschön aber mächtig groß und episch und pathetisch klingen, damit die Tränen der Dänen in Sturzbächen fließen und schüchterne Jungs versonnen im Takt mitwippen können. Das vermag die Musik auf „The Second You Sleep“ im Einzelfall wohl zu leisten, das ist zugleich aber auch ihr Problem. Ähem, vielmehr mein bescheidenes Problem mit ihr. Seitens der Offiziellen ist man bemüht, die in der Heimat ungeheuer erfolgreichen Nyborger (Rockalbum des Jahres 2002, Dänemarks Band des Jahres) in die Nähe von Travis und – na klar – Coldplay zu rücken. Allein, der Vergleich hinkt.

Da ist auf Platte die Nähe zu den skandinavischen Blutsbrüdern von A-ha ungleich größer, vor allem, was Melodieführung und die stimmlichen Eskapaden des Sängers Sören Huss betrifft. Kein Zufall daher, dass Saybia auf der „Lifelines“-Tour das Vorprogramm bestreiten durften. Ein bisschen weniger Zucker, ein wenig mehr Zerrissenheit und gekonnte Dekonstruktion der satten Arrangements stünde den elf Songs gut zu Gesichte. Dave Fridmann, übernehmen Sie! So klingt das Ganze, als wolle man Radiohead, Coldplay und A-ha zugleich sein und genau wie jene in den Hallen blockbustern. Warum denn eigentlich? Die Songs sind kompositorisch ausgezeichnet, das nächste Mal nur etwas schrabbeliger, bitte! Saybia kommen im Dezember auch wieder nach Deutschland (Die Termine siehe “Die kommen, die Touren” auf Seite 99).Und dass es live nämlich schon über Gebühr funktioniert, bewies ja bereits der Auftritt auf dem diesjährigen Introducing.

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None

Author

Arnold Kant (Intro.de)

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