“Perhaps a bit stupid” (in German)

Nach drei Jahren Pause veröffentlichten die Dänen von Saybia vergangene Woche ihr drittes Album “Eyes on the Highway”, ein weiterer Höhepunkt im musikalischen Schaffen der fünf Mannen. Tink.ch traf Sänger Sören Huss und Keyboarder Jess Jensen in Zürich.

Ihr macht schon seit Tagen Promo, Ist es nicht ermüdend noch so viel Arbeit nach der eigentlichen Arbeit?
Sören: Es ist sehr befreiend, fertig zu sein. Und wir sind glücklich über das Resultat. Es gehört einfach zur Arbeit dazu, Promo zu machen, das heisst über unsere Musik zu sprechen. Da wir unsere Musik lieben, macht diese Arbeit jedoch viel Spass.

Sören, ich habe gehört, dass du dir nicht so viel Musik ausserhalb anhörst und auch nicht so sehr auf die Texte schaust?

Sören: Nein, ich schaue sehr auf die Texte, aber es geht mir nicht so einfach wie bei der Musik. Es ist einfacher, Melodien zu schreiben, aber bei den Texten braucht es mehr Zeit. Dafür brauche ich auch mal viele Stunden für mich um da richtig reinzukommen. Ich habe jedoch nie viele Bücher oder Poesie gelesen, ich habe nicht dieses natürliche Interesse in Worte wie in Musik. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht darüber nachdenke, was ich schreibe.

Jess: Wenn wir jeweils den ganzen Tag Musik machen, hat man danach nicht mehr so Lust noch mehr Musik hören. Bei mir ist es lange her seit ich auf ein Album oder eine Band richtig geachtet habe. Da sind wir vielleicht etwas engstirnig, aber unsere Musik ist schon unser Leben genug.

Das neue Album ist rockiger. Wie kommt das?
Sören: Wir waren immer eine Rockband, jedoch mehr live als auf Album. Wir wollten dies nun auf ein Album bringen. Dieses Album zeigt wohl eher wie wir wirklich klingen, viel mehr als die beiden Alben zuvor. Wenn wir touren und auf der Bühne stehen ist alles etwas anders. Du bekommst einfach grössere Eier wenn du öfters auf der Bühne stehst und das zeigt sich auch nun auf dem Album. Schon unser zweites Album hatte mehr Ecken. Das Jetzige ist einfach noch mehr so, wie wir wirklich sind.

Ist es ehrlicher?
Sören: Ja, das perfekte Bild davon, was wir als Band sind.

Jess: Es fasst wunderbar die alten Alben zusammen und noch etwas Neues dazu. Dazu Teile von ganz Früher, bevor wir Alben gemacht haben.

In Dänemark wurdet ihr mal zur besten Band des Landes gekürt?
Sören: Ja, vor ein paar Jahren, bei unserem letzen Album.

Jess: Es ist nicht einfach zu sagen, was es bedeutet, die beste Band zu sein. Das ist ja wohl eh nur an Verkaufszahlen gemessen.

In Dänemark seid ihr grosse Stars. Wie ist das Touren in der Schweiz als nicht so bekannte Band?
Sören: Das hat sich geändert. Wir sind auch in Dänemark nicht mehr so grosse Stars wie bei der Veröffentlichung unseres letzten Albums. Wenn du in deiner Heimat wirklich gross sein und bleiben willst musst du viel Zeit dort verbringen und wirklich viele Alben veröffentlichen, vielleicht alle zwei Jahre. Es war uns nie so wichtig, grosse Stars zu sein, aber natürlich wollen wir so viele Alben wie möglich verkaufen. Nur so können wir unsere Musik zu so vielen Menschen wie möglich bringen. Wenn wir in der Schweiz oder Holland spielen, haben die Leute einen anderen Zugang zu unserer Musik. Hier werden wir nicht so oft am Radio gespielt wie in Dänemark. Somit lernen uns die Leute hier nicht auf die klassische organische Art kennen. Wenn uns dann jedoch jemand kennt sind es die richtig loyalen, enthusiastischen Fans. Daher ist es wohl so toll in der Schweiz zu spielen.

Sänger dänischer Bands singen oft so hoch…
Sören: Ja, das stimmt, diese kräftigen hohen Töne. Viele tun das, ich nur ab und zu, denn ich will es nicht versauen damit. Das ist nicht der Hauptbestandteil unserer Musik.

Was ist denn der Hauptbestandteil eurer Musik?
Sören: Gefühle.

Jess: Es soll uns bewegen, es ist die Jagd nach Gänsehaut, nach einem Schauer. Beim Machen dieses Albums sollte es uns alle Haare aufstellen. Als das passiert ist, wussten wir, dass wirs haben, Das braucht so seine Zeit weil wir fünf Leute sind.

Euer Album erscheint erst in ein paar Tagen. Wie fühlt sich diese Zeit des Abwartens an?
Sören: Als wir gestern hergekommen sind, hatten wir noch kaum Reaktionen auf unser Album. Die Schweiz ist erst die zweite Station. Es ist schon irgendwie nervtötend, nicht zu wissen, was wir erwarten sollen. Wir möchten, dass die Leute unsere Musik mögen, besonders die, die uns schon kennen.

Habt ihr ein Mittel gegen die Nervosität?
Sören: Weder Kaffee noch Rauchen hilft da.

Jess: Wir haben das Album fertig und stolz drauf. Wir können es nicht mehr ändern. Das Wichtigste ist, dass wir damit zufrieden sind, denn wir haben das Beste getan.

Sören: Die werden es mögen. Ich hoffe einfach, dass die Leute sich Zeit nehmen, richtig rein zu hören, denn das Album wächst bei jedem Anhören. Und ich hoffe, dass sie die gleiche Gänsehaut bekommen wie wir.

Author

Martin Sigrist (tink.ch)

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